Oliver Scheides

Texte vom SWR Live Album "Sind wir nicht alle ein bißchen gestört?"

Deutschland, Deutschland

Refrain:
Deutschland, Deutschland, du Vielvölkerstaat
Du hast es wirklich, alle Achtung, wieder weit gebracht!
Du spielst deine Rolle gut, alle applaudieren und zieh ́n den Hut.
Deutschland, Deutschland, du Vielvölkerstaat

Profit ist deine Religion, alles dreht sich um den Sklavenlohn.
Seit wann ist dein Denken so beschränkt, wer hat deine Seele so erschüttert, so gekränkt?
Normal ist jetzt das Kranke. Es gibt keine Grenzen, keine Schranke.
Im Wahnsinn sind wir vereint, jeder braucht einen Feind.

Refrain

Jeder zielt auf jeden, und keiner will ́s gewesen sein.
Der Bulgare leidet im Akkord im kalten Schlachthaus mit dem armen Schwein.
Denn Gehorsam ist uns wichtig, wir marschieren wieder in Reih und Glied.
Komm schließ die Reihen, wir singen endlich wieder unser Lied.

Bridge: Deutschland, Deutschland, wo bist du verwundbar?
Deutschland, Deutschland, was ist Lüge, was ist echt?
Bei deinen Posen wird mir langsam schlecht.

Deutschland, Deutschland, wer gibt dir Befehle?
Deutschland, Deutschland, schau ganz tief in deine Seele.
Welchen Schmerz und welche Scham hast du vor dir versteckt?
Oder hast du einfach Angst, daß jemand sie entdeckt

Refrain

Bridge:
Deutschland, Deutschland, wo geht deine Reise hin?
Deutschland, Deutschland, ich geb dich noch lange nicht verloren.
Vielleicht macht diese kaputte Zeit im Rückblick dann auch Sinn und du wirst wieder neu geboren.

Maskenball im Tanzpalast

Es ist Maskenball im Tanzpalast
und alle tanzen und lächeln leise vor sich hin.
Sie sind einsam und verzweifelt
und Eva streichelt zärtlich Adams Kinn.
Ich bin alles ich bin nichts, die Liebe hab ich abgegeben
im Foyer an der Garderobe, wer sie findet, dem schenke ich mein Leben.
... ich glaub, ich muss mich übergeben.

Refrain:
In jeder Stadt im Landkreis dieser Republik
spielt ne Teufelsband die alten Lieder
und Eva tanzt wie eine Göttin
und flüstert leise:“ Ich komm gleich wieder.“
Herzlich willkommen in unsrer schönen, neuen Welt,
heute sind die Wege kürzer und jeder ist ein Held.

Und der Pianomann randvoll sieht nur noch schwarze Tasten.
Er spielt noch einen letzten Walzer
und fängt morgen an zu fasten.
In den Hinterräumen machen sie Geschäfte drehen das Karussell
und verkaufen die Sterne und den Mond.
Und Adam geht die Puste aus, am Ende seiner Kräfte
und fragt sich immer öfter, ob sich das wirklich lohnt.

Refrain

Und zum Abschied schauen sie
noch einmal in den Abgrund
leise berühren ihre Lippen seinen Mund.
Sie wären so gerne noch geblieben,
Doch mussten gehen, von ihrer Angst getrieben.
Sie wären so gerne noch geblieben,
Doch mussten gehen, von ihrer Angst getrieben.

Refrain

Ilse

Ilse, du wirst älter, bist lange nicht mehr, wer du mal warst.
Ilse, es wird kälter, die Zeit, ein Ausrufezeichen in deinem Gesicht.

Refrain:
Im Netz der Schwerkraft gefangen am Boden, das Alter läßt dich nicht mehr los,
kein Ausweg, kein Fallschirm, du kommst nicht dahinter,
denn dein Herbst heißt lange schon Winter.

Ilse, weißt du noch damals, unter Sternen getanzt und gescherzt.
Ilse du warst mal schön doch, auch dein praller Frühling heißt jetzt Herbst.

Refrain:
Im Netz der Schwerkraft gefangen am Boden, das Alter läßt dich nicht mehr los,
kein Ausweg, kein Fallschirm, du kommst nicht dahinter,
denn dein Herbst heißt lange schon Winter.

Ilse, sing ́s noch einmal, dieses Lied, bei dem ich weinen muss.
Ilse, setz die Segel, wie ein Sturm, deine unbändige Kraft.
Refrain:
Aus dem schwarz tiefen Meer tauchst du empor, halt mich fest, lass mich nicht mehr los, du bist mein Fallschirm, ich komm jetzt dahinter, du bist Herbst, Sommer, Frühling und Winter.

Jetzt kommen wir

Tonangeber, Weichensteller, Wundenzeiger, alles das sind wir.
Worteschöpfer, Selbsterfinder, Seelentaucher, alles nur mit dir.
Komm wir stürzen uns jetzt in das Kampfgetümmel volle Fahrt voraus.
Und wenn Dämonen sich mal wieder wichtig machen lachen wir sie aus.

Refrain:
Drachentöter, Selbsttreubleiber, bis zum Tod, zu viel steht auf dem Spiel
Das ist der Beginn und ich das Ziel.
Alltagshelden, Schluchtengänger, Hügelläufer, alles das sind wir
Niemals satte Sturmentfacher, Zaubertrinker, alles nur mit dir
Wir sind die ins kalte Wasserspringer, denn wir wissen, wer wir sind.
Wir sind die den richtigen Moment Entdecker, das weiß jedes Kind.

Refrain

Dichter, Denker, Degenfechter, Schwellenreiter, alles das sind wir.
Keine gute Kost Verächter, Tränenlacher, alles nur mit dir.
Wir sind die den Horizontverschieber und wir fangen schon mal an.
Dem Teufel an den Fersenkleber, keine Angst, bei uns kommt jeder dran.

Refrain

Abgrundtänzer, Regelbrecher, Monsterjäger, alles das sind wir.
Nichts auslassen, niemals passen, hoch die Tassen, alles nur mit dir.
Wir sind die Glasleeraustrinker und wir fahren nur mit blauem Licht.
Wellen schlagen, alles wagen, unser Neuland, das ist schon in Sicht.

Refrain

Gipfelstürmer, Schatzausgräber, Quellenschöpfer, alles das sind wir.
Unverdünnt und hochprozentig, pures Leben, alles nur mit dir.
Sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen und dann lassen wir uns fallen.
Korken von verstopften Menschenseelen, komm wir lassen sie jetzt knallen.

Refrain
Würzen mit Humor das Leben, Profiköche, alles das sind wir.
Am Puls der Zeit, allzeit bereit, ein Weg zu zweit, alles nur mit dir.
Sitzend in den Bäumen pflücken wir die Poesie als reife Frucht.
Finden immer einen Ausweg, treffen uns in der Erkenntnisbucht. Refrain

Der alte Käpt´n

Der alte Käpt ́n staunt nicht schlecht, wie hoch die Wellen heute wieder sind.
Er freut sich echt und er tanzt und lacht mit seinem Bruder Wind.
Er schippert da so lustig vor sich hin und er fragt nicht nach dem Sinn.

Refrain:
Er hat kein Ziel, das war schon immer so, seit dem er denken kann
und er lässt ganz los, ihm kann nicht passieren und er denkt :“ Mann o Mann, was Liebe alles kann.“
Und er tanzt Tango mit dem Wind Stärke sieben, er wär ́ so gern noch länger bei ihr geblieben,
doch die Sehnsucht nach Meer, hat ihn fort getrieben.

Die Crew kann sich voll und ganz auf ihn verlassen, bis ans Ende der Welt und dabei immer: „Hoch die Tassen!“
In voller Fahrt umarmt er das Leben, hat sich selbst verschenkt und auch vergeben.

Refrain:
Er hat kein Ziel, das war schon immer so, seit dem er denken kann
und er lässt sie los, ihr kann nicht passieren und er denkt :“ Mann o Mann, was Liebe alles kann.“
Und er tanzt Tango mit dem Wind Stärke sieben, die klein ́ und die großen, alle Dämonen vertrieben,
Es ist alles Illusion, nur die Liebe ist geblieben.

Sind wir nicht alle ein bißchen gestört?

Sie stehen am Hafen und winken,
ihr Leben segelt langsam davon,
dann gehen sie in die Bar einen trinken
und nehmen den nächsten Zug nach Bonn.

Refrain:
Sind wir nicht alle ein bißchen gestört, in unserm Selbstgefühl
Sind wir nicht alle auch ein bißchen empört, und darum jetzt auf sie mit Gebrüll.

Jeder macht eine Reise und filmt das dann auch.
Einmal um die Welt, das ist so der Brauch.
Mit dem Motorrad oder einfach zu Fuß,
dann bist du ein Held, sag der Mutter ein ́ Gruß.

Refrain

Bianca ist jetzt ein You TubeStar mit eigenem Kanal,
für Bibigirl und Bubiboy, das ist phenomenal banal,
Aber reich wird sie damit auf jeden Fall.
Sie ist die Kopie ihrer selbst auf ihrem Abtanzball.

Refrain

Am Unfallort machen sie Selfies mit dem Opfer,
das liegt zwar im Koma, aber lächelt topfer.
„Mensch, Karl Heinz, war das aufregend, was für ein Abenteuer!“
Und abends grillen sie dann Würstchen über ́m Feuer.

Refrain

Der Kardinal wird jetzt Papst und damit unfehlbar.
Jetzt lügt er nicht mehr und alles, was er sagt, ist wahr.
Dabei ist er ein Mafiaboss mit ́ner eigenen Armee.
Er hat drei Wünsche, denn jede Nacht kommt eine wunderschöne Fee.

Refrain

Wir Menschen plustern uns auf, um geliebt zu werden.
Dann blöken wir laut und ziehen weiter in Herden.
Liebe Leute es ist an der Zeit, um die Mission nicht zu gefährden,
holen wir jetzt den Himmel auf Erden.

Refrain:
Sind wir nicht alle in der Sonne geboren,
mit der Bestimmung in Freiheit zu leben.
Sind wir nicht alle dazu auserkoren,
diesen Schatz aus Licht zu heben?

Die Welle