Oliver Scheides

Texte vom SWR Live Album "Sind wir nicht alle ein bißchen gestört?"

Ilse, du wirst älter, bist lange nicht mehr, wer du mal warst.
Ilse, es wird kälter, die Zeit, ein Ausrufezeichen in deinem Gesicht.

Im Netz der Schwerkraft gefangen am Boden, das Alter läßt dich nicht mehr los,
kein Ausweg, kein Fallschirm, du kommst nicht dahinter,
denn dein Herbst heißt lange schon Winter.

Ilse, weißt du noch damals, unter Sternen getanzt und gescherzt.
Ilse du warst mal schön doch, auch dein praller Frühling heißt jetzt Herbst.

Im Netz der Schwerkraft gefangen am Boden, das Alter läßt dich nicht mehr los,
kein Ausweg, kein Fallschirm, du kommst nicht dahinter,
denn dein Herbst heißt lange schon Winter.

Ilse, sing ́s noch einmal, dieses Lied, bei dem ich weinen muss.
Ilse, setz die Segel, wie ein Sturm, deine unbändige Kraft.

Aus dem schwarz tiefen Meer tauchst du empor, halt mich fest, lass mich nicht mehr los, du bist mein Fallschirm, ich komm jetzt dahinter, du bist Herbst, Sommer, Frühling und Winter.

Jetzt kommen wir

Tonangeber, Weichensteller, Wundenzeiger, alles das sind wir.
Worteschöpfer, Selbsterfinder, Seelentaucher, alles nur mit dir.
Komm wir stürzen uns jetzt in das Kampfgetümmel volle Fahrt voraus.
Und wenn Dämonen sich mal wieder wichtig machen lachen wir sie aus.

Refrain:
Drachentöter, Selbsttreubleiber, bis zum Tod, zu viel steht auf dem Spiel
Das ist der Beginn und ich das Ziel.
Alltagshelden, Schluchtengänger, Hügelläufer, alles das sind wir
Niemals satte Sturmentfacher, Zaubertrinker, alles nur mit dir
Wir sind die ins kalte Wasserspringer, denn wir wissen, wer wir sind.
Wir sind die den richtigen Moment Entdecker, das weiß jedes Kind.

Refrain

Dichter, Denker, Degenfechter, Schwellenreiter, alles das sind wir.
Keine gute Kost Verächter, Tränenlacher, alles nur mit dir.
Wir sind die den Horizontverschieber und wir fangen schon mal an.
Dem Teufel an den Fersenkleber, keine Angst, bei uns kommt jeder dran.

Refrain

Abgrundtänzer, Regelbrecher, Monsterjäger, alles das sind wir.
Nichts auslassen, niemals passen, hoch die Tassen, alles nur mit dir.
Wir sind die Glasleeraustrinker und wir fahren nur mit blauem Licht.
Wellen schlagen, alles wagen, unser Neuland, das ist schon in Sicht.

Refrain

Gipfelstürmer, Schatzausgräber, Quellenschöpfer, alles das sind wir.
Unverdünnt und hochprozentig, pures Leben, alles nur mit dir.
Sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen und dann lassen wir uns fallen.
Korken von verstopften Menschenseelen, komm wir lassen sie jetzt knallen.

Refrain
Würzen mit Humor das Leben, Profiköche, alles das sind wir.
Am Puls der Zeit, allzeit bereit, ein Weg zu zweit, alles nur mit dir.
Sitzend in den Bäumen pflücken wir die Poesie als reife Frucht.
Finden immer einen Ausweg, treffen uns in der Erkenntnisbucht. Refrain

Der alte Käpt´n

Der alte Käpt ́n staunt nicht schlecht, wie hoch die Wellen heute wieder sind.
Er freut sich echt und er tanzt und lacht mit seinem Bruder Wind.
Er schippert da so lustig vor sich hin und er fragt nicht nach dem Sinn.

Refrain:
Er hat kein Ziel, das war schon immer so, seit dem er denken kann
und er lässt ganz los, ihm kann nicht passieren und er denkt :“ Mann o Mann, was Liebe alles kann.“
Und er tanzt Tango mit dem Wind Stärke sieben, er wär ́ so gern noch länger bei ihr geblieben,
doch die Sehnsucht nach Meer, hat ihn fort getrieben.

Die Crew kann sich voll und ganz auf ihn verlassen, bis ans Ende der Welt und dabei immer: „Hoch die Tassen!“
In voller Fahrt umarmt er das Leben, hat sich selbst verschenkt und auch vergeben.

Refrain:
Er hat kein Ziel, das war schon immer so, seit dem er denken kann
und er lässt sie los, ihr kann nicht passieren und er denkt :“ Mann o Mann, was Liebe alles kann.“
Und er tanzt Tango mit dem Wind Stärke sieben, die klein ́ und die großen, alle Dämonen vertrieben,
Es ist alles Illusion, nur die Liebe ist geblieben.